Tagfalterschutz Baselland

Ein Projekt der Pro Natura Baselland  

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Aktivitäten und Neuigkeiten im 2011:

Jahresbericht 2011 (noch nicht vorhanden)

Informationsblatt: Mehr Brennesseln für bunte Gaukler

Interessante und wichtige Beobachtungen:

In diesem Jahr konnten auf Grund des sehr warmen Frühjahres viele Schmetterlingsarten früher als sonst üblich beobachtet werden. Die allerersten Frühjahrsarten (z.B. Aurorafalter und Roter Würfelfalter) waren bereits im März unterwegs, und einige "Sommer"-Arten wie zum Beispiel das Grosse Ochsenauge, der Schachbrettfalter oder der Weisse Waldportier konnten bereits Mitte-Ende Mai gesichtet werden.

Dank dem grossen Engagement vieler freiwilliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten nebst den phänologischen Besonderheiten auch in diesem Jahr wieder einige spannende Tagfalterbeobachtungen im Baselbiet gemacht werden. Ein Fund ist gar sensationell.
 

Bei Rodersdorf und Reinach konnte der Grosser Ampfer-Feuerfalter (Lycaena dispar) nachgewiesen werden (Foto links, Josef Borer). Die Art scheint sich womöglich aus dem angrenzenden Sundgau auszubreiten. Zusätzlich konnte Andreas Steiger auf der französischen Seite bei Biederthal, entlang des Boersegrabens auf einer extensiven Wiese Eier dieser schönen Art finden. Eiablagepflanze war mit grosser Wahrscheinlichkeit der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius).

 

Ende September konnten im Gebiet Erhollen gegen zwei Dutzend Exemplare des Kleinen Feuerfalters (Lycaena phlaeas) beobachtet von Markus Fluri werden. Beobachtungen in dieser Anzahl sind aussergewöhnlich.

Erneut gelang eine Beobachtungen des Kleinen Schillerfalters (Apatura ilia) im Mühlibachtal, eine weitere im benachbarten Kt. Solothurn bei Rodersdorf (Foto rechts, Christoph Katzenmaier). Diese Art wird im Kanton nur sehr selten nachgewiesen und scheint sich im Mühlibachtal nun halten zu können. Unsere dort durchgeführten Aufwertungsmassnahmen haben offenbar Erfolg!

Für den Violetten Silberfalter (Brenthis ino, Foto links, Dieter Thommen) konnten gleich zwei neue Fundstellen nachgewiesen werden. Eine im neu entstandenen Auengebiet der Steinrieselmatte in Brislach an der Westgrenze des Kantons und eine zweite auf der Dittingerweide. Ob es auf der Dittingweide eine Population gibt, welche sich auf Kalkmagerrasen am Kleinen Wiesenknopf fortpflanzt oder es sich um einen zugeflogenen Falter handelte, ist noch nicht geklärt.

Ein Verwandter des Violetten Silberfalters ist der rechts abgebildete Brombeer-Perlmutterfalters (Brenthis daphne, Christoph Katzenmaier). Die Art konnte auf dem Chliweidli ob Lauwil nachgewiesen werden. Es sieht so aus, dass sich diese Art weiterhin ausbreitet.

 

Ein weiterer neuer Fundort des Kleinen Waldportiers (Hipparchia genava) konnte auf der Balflue in Wahlen gefunden werden. Nach dem Fund bei Zullwil SO 2008, sowie der Beobachtung bei Liesberg 2010, ist dies bereits der dritte Nachweis innerhalb weniger Jahren. Womöglich ist die Art auch auf weiteren Felsköpfen im Laufental und angrenzenden Gebieten zu finden.

Auch bei den Bläulingen hat sich im 2011 etwas getan: Als Sensation ist der Wiederfund des Argus-Bläulings (Plebeius argus) in Allschwill zu werten! Er wurde im Kanton letztmals 1934 beobachtet und galt seither als verschollen. Ebenfalls sehr spannend ist der Neunachweis des Idas-Bläulings (Plebeius idas) im Kanton Aargau. Ob wir auch diese Art bald im Kanton Baselland beobachten dürfen?
 

Weitere Vorkommen des Kreuzdorn-Zipfelfalters (Satyrium spini, Foto links, Thomas Stalling) konnten im 2011 auf der Balflue bei Wahlen und am Gerstel in Waldenburg nachgewiesen werden. Diese Nachweise zeigen, dass die Art verbreiteter ist als bislang vermutet.

Ebenfalls eine tolle Beobachtung ist die des Mattscheckigen Braun-Dickkopffalters (Thymelicus acteon) bei Wintersingen durch Andreas Lang (Foto rechts, Andreas Lang)! Von dieser Art existieren nur noch wenige aktuelle Fundorte zudem war sie aus diesem Gebiet bis anhin noch nicht bekannt.  

 

Das Enzianprojekt läuft auf Hochtouren:

 

Der Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Maculinea rebeli) legt seine Eier ausschliesslich auf Kreuzenzian ab. Die Raupen werden später von bestimmten Ameisen «adoptiert» und wachsen im Ameisennest auf. Der bedrohte Bläuling pflanzt sich im Kanton Basel-Landschaft seit 2004 nicht mehr fort. Die letzten Eier wurden in Liesberg BL auf der Erhollen-Weide gefunden. Grundlage dieser Population war das grösste Vorkommen des Kreuzenzians im Kanton (über 250 Pflanzen). Seit 2005 ist der Bestand aber auf wenige Exemplare zurückgegangen, der Bläuling ist ganz verschwunden. Grund hierfür war eine zu extensive Beweidung. Die Enziane hatten im hohen Gras kein Licht und wurden im feuchten Milieu stark von Schnecken abgefressen. 

 

Bereits in den letzten Jahren wurden die ehemaligen Lebensräume in Liesberg aufgewertet. Insbesondere wurde die Beweidung deutlich verbessert (siehe Massnahmen Liesberg). Da aber die Nahrungsgrundlage des Bläulings fast verschwunden war, galt es in einem nächsten Schritt das Vorkommen des Enzians massiv zu stärken. Im Rahmen des neuen «Enzian-Projekts» zieht der Botanische Garten Basel seit Ende 2010 für Tagfalterschutz BL Kreuzenziane nach. Im Herbst 2011 konnten wir bereits die ersten Jungpflanzen auf der Erhollen-Weide in Liesberg auspflanzen. Zudem wurden auch die drei kleinen Vorkommen des Ameisenbläulings, die nur wenige Kilometer westlich bei Soyhières (JU) liegen, mit zusätzlichen Enzianpflanzen gestärkt. Insgesamt wurden rund 500 Jungpflanzen ausgebracht. Nun hoffen wir, dass die Pflanzen gut anwachsen und schon bald wieder einen intakten Lebensraum für den Kreuzenzian-Ameisenbläuling bilden. Den Weg von Soyhières nach Liesberg soll der Bläuling dann in den nächsten Jahren von alleine wieder finden. 

 

Das «Enzian-Projekt» wird finanziell von den Stiftungen «Frey-Clavel» und «Jeanne Lovioz» sowie vom Kanton Baselland unterstützt. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich!

 

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Enzianprojekt 2011
Enzianprojekt 2011

Exkursion 2011:

Die diesjährige Exkursion führte uns in den Hotzenwald im Südschwarzwald. Bei herrlichem Wetter suchten die 8 Teilnehmer nach überwinternden Tagfalter-Raupen. Die Ausbeute war gering, aber nach langer Suche konnten wir dann doch noch zwei alte, leere Überwinterungsgehäuse des Grossen Eisvogels (Limenitis populi) finden. Zum Ende der Exkursion wurden wir dann noch mit einem wunderbaren Alpenblick belohnt. 

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