Tagfalterschutz Baselland
Ein Projekt der Pro Natura Baselland











Aktivitäten und Neuigkeiten im 2009:
Ein kleiner Rückblick auf unsere Exkursion, die dieses Jahr ja schon am 22. Juni
stattfand. Trotz eher schlechter Wettervorhersage starteten wir auf die Wasserfallen
und wanderten im Grenzbereich der Kantone Baselland und Solothurn über das Chellenchöpfli
nach Waldenburg. Ab und zu gab es ein paar Regentropfen, aber dann kam doch die Sonne
raus, und das grosse Unwetter kam erst ganz zum Schluss auf dem Rückweg.
Mit insgesamt
22 festgestellten Tagfalterarten waren wir bei diesem Wetter durchaus glücklich.
Da eher wenige Falter flogen haben wir uns auf die Raupensuche gestürzt. Wir konnten
die Raupen verschiedenster Arten finden, was einem sonst ja nicht immer vergönnt
ist. Und mit Werner hatten wir noch jemanden dabei, der sich mit Raupensuche bestens
auskennt.
Besonderes Highlight waren die Funde verschiedener Widderchenarten. Noch
auf Baselbieter Boden fand Matthias eine Raupe des Grossen Fünffleck-
Den
Skabiosenscheckenfalter konnten wir auf der Weide unterhalb des Chellenchöpfli leider
nicht feststellen (Res hat ihn hier im Jahr 2004 gefunden). Ob er hier verschwunden
ist, oder ob er wegen dem schlechten Wetter einfach nicht flog, wissen wir nicht.
Auch den Gelbbindenmohrenfalter konnten wir nicht finden. Wir hatten gehofft, dass
es auf dem Chellenchöpfli vielleicht ein Vorkommen gibt. Auch hier war das Wetter
zu schlecht.
Und auch die Orchideenfreunde unter uns kamen nicht zu kurz: unter anderem
blühten Fliegen-
Aphantopus hyperanthus
(Brauner Waldvogel)
Aricia agestis (Dunkelbrauner Bläuling)
Callophrys rubi (Brombeerzipfelfalter):
viele Raupen auf Genista tinctoria
Coenonympha pamphilus (Kleines Wiesenvögelchen)
Cupido
minimus (Zwergbläuling)
Lasiommata maera (Braunauge)
Lycaena bellargus (Himmelblauer
Bläuling)
Maniola jurtina (Grosses Ochsenauge)
Melanargia galaethea (Schachbrettfalter)
Mellicta
athalia (Wachtelweizenscheckenfalter)
Mesoacidalia aglaja (Grosser Perlmutterfalter)
Ochlodes
venatus (Mattfleckiger Kommafalter)
Polyommatus icarus (Hauhechelbläuling)
Spialia
sertorius (Roter Würfelfalter)
Thymelicus sylvestris (Braunkolbiger Braundickkopffalter)
Vanessa
atalanta (Admiral)
Vanessa cardui (Distelfalter)
Zygaena fausta (Bergkronwicken-
Zygaena filipendulae (Gewöhnliches Widderchen)
Zygaena
lonicerae (Grosses Fünffleck-
Zygaena
loti (Beilfleck-
Zygaena purpuralis (Thymian-
Bericht von Thomas Stalling
Raupe von Zygaena fausta (Stefan Birrer).
Hier noch ein paar Highlights aus dieser Saison:
Trauermantel: Im Mai konnten Simon
& Ruth Keller und im Juli Beat Schaffner einen Trauermantel bei den Talweihern beobachten.
Dies ist die erste Beobachtung im Kanton seit langem wieder!
Grosser Schillerfalter: es gelangen mehrere Beobachtungen: Bubendorf und Blauen BL
(Simon Keller) sowie Röserental (Matthias Plattner). Die Art scheint ein gutes Flugjahr
zu haben -
Violetter Silberfalter: Britta Lorenz konnte im Juni
in Roggenburg eine neue Population entdecken, Beat Schaffner hat die Art bei den
Talweihern gefunden. Aufgrund dieser Funde wissen wir nun, dass die Population in
Liesberg nicht die einzige im Kanton ist. Wir schätzen die Überlebenschancen dieser
Art nun deutlich höher ein.
Schachbrett: es gibt aus diesem Jahr wieder Beobachtungen
aus der Reinacher Heide. Obwohl es immer noch wenige Falter sind, scheint sich diese
Art hier doch wieder zu etablieren (nachdem sie zwischenzeitlich aus dem Gebiet verschwunden
war) (Naturschutzdienst Baselland).
Esparsetten-
Grosses Fünffleck-
Und
auch ausserhalb des Kantons bzw. ausserhalb der Schmetterlinge gab es spannende Beobachtungen:
Segelfalter:
Ende Mai konnten Michael Zemp und weitere einen Segelfalter bei der Eiablage an Schlehe
im Solothurner Jura, nur wenige Kilometer von der Kantonsgrenze bei Langenbruck,
beobachten. Wir können also hoffen, diese spektakuläre Art in den nächsten Jahren
auch wieder im Baselbiet zu finden -

Männchen des Grossen Schillerfalters. Diesen schönen Falter konnte Simon Keller in Bubendorf fotografieren (Copyright: Simon Keller).
Die Beobachtung eines männlichen Kleinen Schillerfalters im Juni durch Thomas Stalling
beweist es: Die schöne Art kommt im Mühlebachtäli in Allschwil noch immer vereinzelt
vor, nachdem wir schon befürchten hatten, dass die Art verschwunden ist. Anfang Oktober
machte Andreas Steiger nun die Sensation perfekt. Nach zwei Stunden gezielter Suche
hat er eine Jungraupe auf ihrer Futterpflanze -


Raupe des Kleinen Schillerfalter (Apatura ilia) gefunden von Andreas Steiger nach zweistündiger Suche im Mühlibachtäli in Allschwil (Fotos Andreas Steiger).
