Tagfalterschutz Baselland

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Artenschutzprojekt Bergkronwicken-Widderchen (Zygaena fausta)

Das Bergkronwicken-Widderchen ist möglicherweise die am stärksten gefährdete Tagfalterart im Kanton Basel-Landschaft. Es besteht derzeit nur noch ein einziges Vorkommen im Gebiet Lauchweid-Rehhagweid (Langenbruck, Eptingen). Die Population ist sehr klein. Ohne rasche Verbesserung des sehr spezifischen Raupen-Lebensraums ist das Überleben der prächtig gefärbten Art im Kanton selbst kurzfristig nicht garantiert.

 

Ziele und Massnahmen:

Ziel 1:  Verdoppeln des nutzbaren Lebensraums auf der Lauchweid.

Massnahmen: 2008 Auslichten von 5 Aren verwaldeter, felsiger Standorte, Fördern der Scheidigen Kronwicke als Futterpflanze der Raupen; Verbessern des Weideregimes und Lösen des Problems des sich ausdehnenden Adlerfarns.

Ziel 2: Initiieren einer zweiten Teilpopulation im Vorrangebiet Nr. 15 «Rehhagweid, Langenbruck».

Massnahmen: Auslichten von mindestens 5 Aren flachgründigen Waldes als möglichen Lebensraum der Scheidigen Kronwicke, spontane Besiedelung durch die Zielart.

Artenschutzprojekte:

Artenschutzprojekt Rostbraunes Wiesenvögelein (Coenonympha glycerion)

Das Rostbraune Wiesenvögelchen ist eine der am stärksten bedrohten Tagfalterarten des Kantons Baselland. In der Schweiz gilt sie als stark bedroht (Duelli, 1994). Den Vorkommen in der Nordwestschweiz (SO, JU, BL) kommt eine wichtige Bedeutung für den Erhalt der Art in der Schweiz zu.

Im Kanton Baselland sind nach 1980 nur noch drei Fundorte des Rostbraunen Wiesenvögelchens bekannt geworden: Liesberg (Vorranggebiete Nr. 2 «Erhollen» und Nr. 4 «Oltme-Liesbergweide»), Eptingen/Langenbruck (Vorranggebiet Nr. 16 «Lauchweid») und Oltingen (Vorranggebiet Nr. 17 «Röti-Rumpel»). Die Population in Liesberg ist klein und latent bedroht, die Vorkommen im Oberbaselbiet sind sehr wahrscheinlich erloschen.

 

Ziele und Massnahmen:

Ziel 1: Vergrössern des nutzbaren Lebensraumes des bestehenden Vorkommens um mindestens 50%.

Massnahmen: Verbessern der als Lebensraum nutzbaren Magerwiesen im Gebiet «Oltme-Liesbergweide» durch Zurückdrängen der Gehölzbestände und Anpassen des Mahdregimes auf einer Fläche von mindestens 0.8 ha.

Ziel 2: Begründen einer neuen Teilpopulation des Rostbraunen Wiesenvögeleins in Liesberg.
Massnahmen: Bereitstellen von mindestens 1 ha zusätzlicher Magerwiesen im Gebiet «Oltme-Liesbergweide» auf heutigem Weideland in der Nähe des bestehenden Vorkommens. Vernetzen isolierter Teilflächen durch Schaffen gehölzfreier Korridore.

Ziel 3: Aufwerten und Vergrössern des potenziellen Lebensraumes im Gebiet «Röti-Rumpel», so dass eine Wiederbesiedlung durch das Rostbraune Wiesenvögelchen möglich ist.

Massnahmen: Zurückdrängen der Gehölzbestände und Optimieren des Mahd- und Beweidungsregimes als Voraussetzung für eine mögliche spontane Wiederansiedlung aus dem Kanton Solothurn. Hier befindet sich bei Kienberg eine grössere Population der Art in nur wenigen Kilometern Distanz. Gegenüber einem solchen Projekt ist aber die Sicherung der Population in Liesberg als prioritär einzustufen.

Artenschutzprojekt Skabiosenscheckenfalter (Eurodryas aurinia)

Der Skabiosenscheckenfalter kommt im Kanton wahrscheinlich nur noch im Passwanggebiet in den Vorranggebieten Nr. 8 «Chliweidli» und Nr. 9 «Geitenweid» vor. Der Kanton Baselland trägt für den Erhalt der Nordwestschweizer Vorkommen dieser europaweit gefährdeten Art eine hohe Verantwortung.

 

Ziele und Massnahmen:

Ziel 1: Verbessern resp. Vergrössern des Lebensraumes im Vorranggebiet «Chliweidli».
Massnahmen: Ausmagern der Bestände und gezielte Förderung des Gelben Enzians als Raupenfutterpflanze auf 2 ha Fläche.

Ziel 2: Verbessern resp. Vergrössern des Lebensraumes im Vorranggebiet «Geitenweid».
Massnahmen: Ausmagern mehrerer Aren von Fromentalwiesen angrenzend an den besiedelten Lebensraum und Schaffen blütenreicher Saumbereiche (Nektarhabitate).

Ziel 3: Besonders gute Kenntnis der Populationsentwicklung dieser Verantwortungsart in beiden Gebieten.

Massnahme: Kontinuierliches Überwachen der Bestände.

Artenschutzprojekt Violetter Silberfalter (Brenthis ino)

Im Vorrangebiet Nr. 1 «Mülibächli, Liesberg» kommt die einzige nennenswerte Population des Violetten Silberfalters im Kanton vor.

 

Ziele und Massnahmen:

Ziel 1: Erhöhen der Bestandesdichte der Zielart im bestehenden Lebensraum.

Massnahmen: Optimieren des Mahdregimes der Spierstaudenflur (Larvalhabitat), Extensi­vieren der umliegenden Fettwiesen (Nektarangebot).

Ziel 2: Vergrössern des zur Fortpflanzung genutzten Lebensraums um mindestens 50%.
Massnahmen: Ausdehnen der Feuchtwiese auf die Nachbarparzellen, insbesondere entlang des Mülibachs.

Chliweidli (links) und die Geitenweid (rechts): Die benachbarten Magerweiden sind die letzten Fundorte des Skabiosenscheckenfalters im Kanton.

Diese Spierstaudenflur westlich von Liesberg beherbergt das grösste Vorkommen der Art im Kanton.

Das Bergkronwicken-Widderchen ist das farbenprächtigste «Blutströpfchen» der Schweiz (Foto Walter Schön, www.schmetterling-raupe.de.)

Das wahrscheinlich letzte Vorkommen im Kanton befindet sich im Gebiet Rehhagweid-Lauchweid. Im Bild die Ostseite der Lauchweid. Das Gebiet ist für weitere Seltenheiten sehr bedeutend.

Bild links: Nur an flachgründigen Stellen in der Weide und am Waldrand können sich die Raupen entwickeln. Hier ernähren sie sich von der Scheidigen Kronwicke (Bild oben)

Das Rostbraune Wiesenvögelchen ist ein unauffälliger Tagfalter feuchter wie trockener Magerwiesen.

Dieses Weibchen ist dabei in den Horsten der Aufrechten Trespe Eier zu legen.

Dieser Halbtrockenrasen bei Liesberg beherbergt die letzte bekannte Population der Art im Kanton Baselland. Einst war der Falter im ganzen Jura weit verbreitet.

Der schöne Skabiosenscheckenfalter ist akut bedroht. Die Raupen ernähren sich unter anderem von Gelben Enzian (Bild rechts).

Der Violette Silberfalter ist ein kleiner Perlmutterfalter, dessen Raupen sich ausschliesslich von den Blättern der Spierstaude ernähren.

 

Sponsoren:              

Wertvolle Felsenrippe auf der Lauchweid